Durch Heirat kam das Gutshaus 1798 in den Besitz der Familie von Wurmb. Die Familie stammt eigentlich aus Nordthüringen. Richard von Wurmb (1806-1880), der erste männliche zu Lausnitz geborenen von Wurmb, war im 19. Jahrhundert sehr bauaktiv: Er unternahm große Umbauten am Gutshaus und ließ zusätzliche Ställe (1864), Scheunen (1865) und weitere Nebengebäude (1866) errichten. Er war übrigens auch ein großer Pflanzenliebhaber und hatte einen Faible für damals exotische Pflanzen. Er hinterließ im Garten seine Zeichen: die Pflanzung des Gingkos, der Platane, der Bluteiche und des japanischen Schnurbaumes gehen auf ihn zurück.

 

Das Gut, bzw. der landwirtschaftliche Betrieb in Lausnitz war aber auch schon damals zu klein, um für die Familie eine auskömmliche wirtschaftliche Grundlage zu bilden, so dass im 19. Jahrhundert die meisten Familienmitglieder eine militärische Laufbahn einschlugen und erst im Alter nach Lausnitz zogen. Lutze von Wurmb, geboren 1904, war der erste ausgebildete Landwirt. Im 20. Jahrhundert wirkten sich aber der 1. Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise so negativ auf die Wirtschaftlichkeit des Betriebes aus, dass hohe Schulden auf dem Betrieb lasteten. Durch die Bewirtschaftung eines Kiesbruchs und der Gründung eines Fuhrunternehmens gelang es Lutze von Wurmb, den Gutsbetrieb zu sanieren und noch vor Ausbruch des 2. Weltkrieges war Lausnitz schuldenfrei. Lutze von Wurmb fiel 1943 im 2. Weltkrieg in Russland. 1946, nach der Enteignung und Monaten der Angst und der Verfolgung, verließ seine Frau Brigitte von Wurmb mit den drei Kindern Thüringen und floh in den Westen.