Der Lausnitzer Ginkgo

Der Ginkgo biloba, ursprünglich heimisch in China, dort ein heiliger Baum, kam um 1730 mit holländischen Seefahrern als Zierbaum nach Europa. Im 18. Jahrhundert war der Ginkgo also eher eine botanische Rarität. Der Ginkgo ist zweihäusig, es existieren also männliche und weibliche Pflanzen. Er ist sommergrün, kann 1000 Jahre und älter werden und gilt als extrem widerstandsfähig. Wie auch das Lausnitzer Exemplar, hier auf diesem Winterbild gut sichtbar, besitzt der Ginkgo meist zwei Haupttriebe, von denen der eine schwächer ausgebildet ist.

Ginkgoblätter (c) AvW
Ginkgoblätter (c) AvW

Die Äste wachsen vom Hauptstamm waagerecht ab. Der Ginkgo in Lausnitz ist ein männlicher Baum, und mit seinene ca. 26m Höhe durchaus ein stattliches Exemplar. Er wurde um 1860 gepflanzt. Eine Besonderheit in der Pflanzenwelt stellen die sehr charakteristischen, zweigeteilten, fächerförmigen Blätter des Ginkgos dar. Alle Blätter sind gabelnervig. Meistens sind sie in der Mitte leicht eingekerbt, aber an ein und demselben Baum gleicht ein Blatt dem anderen nicht. Die Blätter werden pharmazeutisch genutzt, z.B. zur Steigerung der Gedächnisleistung.  Im Herbst verfärbt sich der Ginkgo wunderbar goldgelb. Mit dem ersten stärkeren Frost fällt das Laub schlagartig ab.